Sprachen überwinden Grenzen

Europäische Wirtschaftsgemeinschaft? Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl? Europäische Atomgemeinschaft? Das klingt ja schrecklich! ... Aus diesen drei Gemeinschaften wurde 1967 die ‚Europäische Gemeinschaft’. Na und? ... Das war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur ‚Europäischen Union’, wie wir sie heute haben. Aufhören! Das ist langweilig.

Seien wir ehrlich: die meisten Europäer interessieren sich nicht wirklich für die europäische Einigung. Sie schimpfen höchstens über ‚die Eurokraten’ in Brüssel und in Straßburg. ... Frieden? Ja natürlich! ... Freiheit? Selbstverständlich! ... Aber darüber muss man nicht reden. Das haben wir ja schon lange, nicht wahr?

Schon lange? Wirklich? Wie schnell wir vergessen! Nicht einmal ein Menschenalter ist seit dem Zweiten Weltkrieg vergangen. 50 Millionen Tote und ein kaputter Kontinent haben den Überlebenden gezeigt: Europa braucht eine neue Politik, seine Staaten müssen ihre Probleme friedlich lösen und ihre Zukunft gemeinsam planen.

1946 fordert der britische Premierminister Winston Churchill die Gründung der ‚Vereinigten Staaten von Europa’. Auch viele andere Politiker sind für den Europagedanken, zum Beispiel der Italiener Alcide De Gasperi, der Franzose Robert Schuman und der Deutsche Konrad Adenauer.

Ja, der Weg von der Idee bis zur wirklichen Einigung Europas ist weit und kompliziert. Wir sind noch lange nicht am Ziel, aber wir sind schon ein großes Stück vorwärts gekommen. Zum Beispiel mit der Gründung der EG im Jahre 1967 . ... Na toll! Und was sollen wir jetzt machen? Laut ‚Bravo’ rufen, oder was? ... Nein, bitte nicht! Lieber öfter mal nachdenken und nicht immer den einfachen Weg wählen.

München 1945
© picture-alliance/akg-images

(Autor: Franz Specht)

Einige wichtige Schritte auf dem Weg der europäischen Einigung

1949 Gründung des Europarats (Sitz: Straßburg)
1951 EGKS-Vertrag (Montanunion)
Belgien, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Italien und die Bundesrepublik Deutschland einigen sich auf eine gemeinsame Politik bei Kohle und Stahl.
1957 Gründung der EWG und der Euratom (Römische Verträge)
Einigung auf eine gemeinsame Politik in weiteren wirtschaftlichen Bereichen.
1967 Gründung der EG aus EGKS, EWG und Euratom.
1973 Großbritannien, Dänemark und Irland werden EG-Mitglieder.
1979 Erste Wahl zum Europäischen Parlament (Sitz: Straßburg)
1981 Griechenland wird EG-Mitglied.
1986 Portugal und Spanien werden EG-Mitglieder.
1989 Ende der politischen Teilung Europas.
1993 Der Europäische Binnenmarkt tritt in Kraft: In der EG gibt es für Personen, Kapital, Handel und Dienstleistungen keine nationalen Grenzen mehr.
1993 Gründung der Europäischen Union (EU). Nach dem Vertrag von Maastricht (1991/92) besteht die EU aus drei Teilen: EG + Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik + Zusammenarbeit bei Justiz- und Innenpolitik. Die 12 EG-Staaten werden also jetzt EU-Staaten.
1995 Österreich, Finnland und Schweden werden EU-Mitglieder.
2002 Der Euro wird in zwölf EU-Staaten als Bargeld eingeführt.
2004 Lettland, Litauen, Estland, Malta, Polen, Tschechien, Slowenien, die Slowakei, Ungarn und Zypern werden EU-Mitglieder.

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Text zum Ausdrucken:
PDF 1967: Europäische Gemeinschaft (PDF-Datei, 288 KB)

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