Sprachen überwinden Grenzen

Wir machen jetzt ein Experiment: lesen Sie bitte den roten Text, schließen Sie dann die Augen und stellen Sie sich die Situation möglichst genau und realistisch vor.

1985: Das  Boot
© Bavaria Film/Karlheinz Vogelmann
1981:
Der Film »Das Boot« nach dem Roman von L.G. Buchheim kommt in die Kinos

Sie sind in einem Raum mit Wänden aus Metall. Der Raum ist etwa 50 Meter lang und weniger als fünf Meter breit und hoch. Er ist nicht leer, es sind viele Gegenstände darin. Es gibt nur wenig Platz. Und Sie sind nicht allein. Mit Ihnen sind noch 49 andere Menschen in dem Raum.

Sie können nicht hinaus. Sie müssen alle zusammen hier drinnen bleiben. Wie lange? Vier Wochen? Sechs Wochen? Sie wissen es nicht. Vielleicht kommen Sie nie wieder nach draußen? Vielleicht sterben Sie heute oder morgen hier in diesem Raum ...

Was ist? Bekommen Sie Angst? Dann machen Sie die Augen doch einfach wieder auf! Na, sehen Sie: der schreckliche Raum aus Metall ist nicht mehr da.

Eine so schöne und ungefährliche Lösung gibt es für die Mitglieder der deutschen U-Boot-Mannschaften im Zweiten Weltkrieg nicht. Sie müssen wirklich oft monatelang in den Unterseebooten bleiben. Bei Kriegsende sind von den 863 deutschen U-Booten nicht einmal mehr 100 übrig und von den 40.000 U-Boot-Fahrern sind 30.000 tot.

U-Boot U995
U-Boot U 995 © Darkone

Der Künstler und Schriftsteller Lothar-Günther Buchheim ist einer der Überlebenden. 1973 erscheint sein Roman "Das Boot". Darin erzählt er von seinen schrecklichen Erfahrungen aus dem U-Boot-Krieg. Das Buch wird schnell ein Bestseller. Man übersetzt es in 18 Sprachen und ein paar Jahre später macht Regisseur Wolfgang Petersen einen Spielfilm daraus.

Der Film kommt 1981 in die Kinos und ist mit sechs Oscar-Nominierungen und vielen Preisen international bald einer der erfolgreichsten deutschen Filme. Millionen Menschen können jetzt mit eigenen Augen sehen und mit eigenen Ohren hören: Krieg mit dem U-Boot, das ist eine Reise in die Angst und an das Ende des Verstandes.

(Autor: Franz Specht)
Filmplakat Titel: Das Boot
Land, Jahr:Deutschland, 1981
Regie:Wolfgang Petersen
Drehbuch:Wolfgang Petersen
Produktion:Bavaria Film
Kamera: Jost Vacano
Schnitt:Hannes Nikel
Musik: Klaus Doldinger
Länge:208 min
Kostenetwa 15 Millionen Euro
(damals der teuerste deutsche Film)
  Schauspieler:
  Jürgen Prochnow, Hubertus Bengsch, Klaus Wennemann, Herbert Grönemeyer, Martin Semmelrogge, Uwe Ochsenknecht und viele andere.

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Text zum Ausdrucken:
PDF 1981: Eine Reise ans Ende des Verstandes (PDF-Datei, 180 KB)

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