Sprachen überwinden Grenzen
© Franz Specht
Reste der Berliner Mauer

Die Mauer, Teil 2

1989: Mauerfall
© Glowimages / Norbert Michalke
9.11.1989: Mauerfall
Nach über 28 Jahren wird die Grenze zwischen West- und Ostdeutschland geöffnet.

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“,
sagte der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow am 5. Oktober 1989 zu DDR-Chef Erich Honecker.

„Nun wächst zusammen, was zusammen gehört“,
sagte der deutsche Politiker Willy Brandt am 10. November 1989 über den Fall der Mauer.

„Die Zeit heilt alle Wunden“,
sagt ein deutsches Sprichwort.

Moment mal! War da was? ...
Mancher, der heute durch Berlin geht, fühlt sich wie nach einem schlimmen Traum.
... Hier war eine Mauer? ... Sehr seltsam! ... Hier mussten Menschen sterben? ... Wie schrecklich! ... Ja aber, warum denn eigentlich? ...

Warum? Über den Bau der Mauer können Sie in unserem Beitrag zum Jahr 1961 mehr erfahren. Wir wollen hier ganz kurz von ihrem Ende erzählen.

Kann man Millionen Menschen jahrzehntelang hinter Grenzen und Mauern einschließen? Ja, man kann, wenn es die Situation erlaubt. Der Kalte Krieg war eine solche Situation. Aber seit Anfang der 1980er-Jahre wurde das politische Klima hinter dem ‚Eisernen Vorhang’ langsam besser. Die Menschen in Osteuropa wollten Freiheit und sie zeigten das auch, in Polen zum Beispiel mit der Gründung der Gewerkschaft ‚Solidarnosc’.

1985 wurde Michail Gorbatschow Präsident der Sowjetunion. Seine neue Politik machte in den Jahren danach immer größere demokratische Veränderungen möglich. Mehr Demokratie auch in der DDR? Oh nein, davon wollten die ostdeutschen Kommunisten nichts wissen. Sie hatten Angst vor der eigenen Bevölkerung. Aber die meisten Ostdeutschen wollten mehr Freiheit. Sie wollten überall hin reisen können.

Dann kam 1989, das Jahr der Wende. Ab Anfang September demonstrierten immer mehr DDR-Bürger Woche für Woche gegen die Unfreiheit . „Wir sind das Volk!“ riefen sie auf den so genannten ‚Montagsdemonstrationen’. Am Abend des 9. November war es endlich soweit. Die Regierung der DDR musste die Berliner Mauer öffnen. An diesem Tag kamen tausende DDR-Bürger zum ersten Mal in ihrem Leben in den Westteil der Stadt. Die Stimmung war wie bei einem wunderbaren Fest und jeder fühlte: Jetzt ist die schreckliche Zeit der Teilung Deutschlands vorbei!

© Glowimages / Norbert Michalke
Nach dem Mauerfall: Am Brandenburger Tor feiern die Menschen auf der Mauer.

Für Chris Gueffroy kam der Mauerfall leider zu spät. Am 6. Februar 1989 wollte der 20jährige Ostberliner über die Mauer in den Westen. DDR-Grenzsoldaten sahen das und schossen auf den jungen Mann. Er starb, verblutete neun Monate vor dem Fall der Mauer. Chris Gueffroy war der letzte Mauertote.

© Franz Specht
Im Regierungsviertel am Spreebogen erinnern weiße Kreuze an die Mauertoten
(Autor: Franz Specht)

Lesen Sie bitte auch unseren Text für das Jahr 1961: Die Mauer, Teil 1


Mehr zum Thema:


Wichtige Ereignisse 1989:


Text zum Ausdrucken:
PDF 1989: Der Mauerfall (PDF-Datei, 394 KB)

Zurück zum Unterrichtsplakat