Landeskunde

Lektion 5: Ruinen, Ritter und Romantik

68 Jahre lang Kaiser

Franz Joseph I. und Schloss Schönbrunn

Schönbrunn
© Max Hueber Verlag (MEV)

Fast jeder, der schon in Wien war, kennt es. Mit seinen 1441 Zimmern ist Schönbrunn eines der ganz großen Schlösser in Europa. Bis 1918 hat es den Habsburgern gehört, die Jahrhunderte lang eine der mächtigsten Familien der Welt waren. 1696 hat man unter Kaiser Leopold I. mit dem Bau begonnen. Etwa 50 Jahre später, unter der Kaiserin Maria Theresia, war das Schloss fertig. Etwa 1820 hat es sein heutiges Aussehen und die Farbe, das typische "Schönbrunner Gelb", bekommen.


Franz Joseph I.
Franz Joseph I. kommt 1830 in Schönbrunn auf die Welt. Er ist 68 Jahre lang Kaiser von Österreich, länger als jeder andere Habsburger. Er liebt das Schloss und verbringt einen Großteil seines Lebens dort. 1854 heiratet er die bayerische Herzogstochter Elisabeth ("Sisi"), mit der er vier Kinder hat.

Elisabeth
© Presseamt der Niederösterreichischen
Landesregierung, Wien
Ein reicher und zufriedener Mann also? So einfach kann man das nicht sagen, denn seine Ehe ist nicht glücklich und in seinem Leben gibt es viele schlimme Ereignisse: 1867 tötet man seinen Bruder Maximilian in Mexiko, 1889 nimmt sich sein einziger Sohn das Leben und 1898 ermordet ein Anarchist seine Frau.

Auch in der Weltpolitik hat Franz Joseph wenig Erfolg. Österreich-Ungarn verliert mehrere Kriege. Nationale Unruhen machen es dem Kaiser schwer, den Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn zusammen zu halten. Franz Joseph stirbt 1916, zwei Jahre vor dem Ende des Ersten Weltkriegs. Vielleicht ist das ein Glück für ihn, denn so muss er das Ende der 650jährigen Habsburger Monarchie im Jahr 1918 nicht mehr erleben.

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