Hotel Sacher, Wien
"... eine große Plage ..."
Dieser Mann hat das Hotel Sacher in Wien in seinem langen Leben kein einziges Mal von innen gesehen. Trotzdem war er froh, als die Stadt im Jahr 1876 ein so nobles und luxuriöses Hotel bekam. Für Franz Joseph I. von Habsburg, Kaiser von Österreich und König von Ungarn, waren die vielen Besuche im Schloss Schönbrunn nämlich "eine große Plage". Aber damit war nun Schluss! Er konnte seine Gäste endlich komfortabel unterbringen. "Sie werden auf meine Kosten Millionäre*", sagte er zur Kaiserin. Mit ‚sie’ meinte er die Familie Sacher, der das Hotel gehörte. Wenig Mehl, viel Ei Die Sacher hatten tatsächlich großen Erfolg. Dafür waren aber nicht so sehr der Kaiser und seine vielen Gäste verantwortlich, sondern vor allem die Familie selbst. Franz Sacher hatte schon 1832 als Kochlehrling eine Torte aus wenig Mehl, viel Ei, Zucker, Marillenmarmelade und Schokolade erfunden. Unter dem Namen Original Sacher-Torte ist sie heute auf der ganzen Welt bekannt. 1849 gründete Franz Sacher einen Delikatessenladen in Wien. Dort lernte sein Sohn Eduard das Gastronomiegeschäft schon von Kindheit an kennen.
 |  | | Franz Sacher, Sacher-Torte, Copyright Hotel Sacher, Wien |
Hotel de l’Opera Als junger Mann reiste Eduard nach Paris und London. Mit 21 Jahren hatte er bereits seine erste eigene Gaststätte in einem Wiener Vorort, mit 23 kam ein Restaurant im Zentrum Wiens dazu und bald darauf gründete er weitere Betriebe. Er verdiente so gut, dass er 1876 ein großes neues Haus gegenüber der Staatsoper kaufen und darin ‚Eduard Sacher’s Hotel de l’Opera’ eröffnen konnte. Weil der Name Sacher in Wien inzwischen so bekannt war, hieß das Haus bald nur noch ‚Hotel Sacher’.
 |  | | Eduard Sacher, Hotel Sacher, Copyright Hotel Sacher, Wien |
Anna Sacher
 |  |  | | Anna Sacher, Copyright Hotel Sacher, Wien |
| 1892, nach Eduards frühem Tod, übernahm seine Frau Anna das Hotel. Über 40 Jahre lang war sie die alleinige Chefin und unter ihrer Führung wurde ‚das Sacher’ zur weltbekannten Wiener Institution. Anna Sacher war eine sehr energische und selbstbewusste Frau. Sie rauchte Zigarre und liebte ihre ‚Bullis’, kleine Hunde, von denen sie zeitweise bis zu hundert hatte. Vor allem aber war sie eine hervorragende Gastronomin, die im Hotel Sacher immer für den höchsten Komfort und den besten Service sorgte. Trotzdem ging es dem Hotel nicht mehr gut, als Anna Sacher 1930 starb. In den Zeiten der großen Wirtschaftskrise mit ihrer hohen Arbeitslosigkeit konnten sich immer weniger Menschen eine Übernachtung im Luxushotel leisten.
 |  | | Copyright Hotel Sacher, Wien |
|  | Es gehört einfach zu Wien 1934 kauften die Familien Gürtler und Siller das Traditionshotel. Nach der schlimmen Zeit des Nationalsozialismus und des Weltkriegs begann dann die zweite große Zeit des Hauses, die bis zum heutigen Tag dauert. Für viele Wien-Besucher gehört das Sacher zum Standardprogramm ihres Wienbesuchs, genau wie die Spanische Hofreitschule, die Staatsoper, das Riesenrad im Prater oder die Fahrt mit dem Fiaker. Ein paar aktuelle Daten Hotel Sacher Wien Philharmonikerstraße 4 A-1010 Wien Telefon: ++43 (0)1 - 51 456 0 Telefax: ++43 (0)1 - 51 456 810 E-Mail: wien@sacher.com Internet: http://www.sacher.com Mitglied der "Leading Hotels of the World" 108 Zimmer, davon 22 Junior-Suiten und 8 Suiten Zimmer zwischen 260 und 485 Euro. Junior-Suiten und Suiten zwischen 680 und 3550 Euro. *Quelle: Kalenderblatt in Bayern2Radio www.br-online.de |