Brainstorming

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Technik, die von A. F. Osborne entwickelt wurde, um in der freien Wirtschaft kreatives Denken (Kreativität) in Gruppendiskussionen anzuregen. Teilnehmer einer solchen Diskussionsrunde äußern spontan ihre Gedanken und Lösungsvorschläge zu einem bestimmten Problem. Sie alle, auch ausgefallene Gedanken und Vorschläge, werden gesammelt. Während der Sitzung wird keine Kritik geäußert, damit die Ideenfindung nicht behindert wird. Die Auswertung, Beurteilung und Umsetzung der Einfälle geschieht in einer späteren Sitzung.

Einsatz im Unterricht

Diese Kreativitätstechnik lässt sich im Unterricht allgemein und im Fremdsprachenunterricht ebenfalls einsetzen. Durch den Spielcharakter fördert Brainstorming die freie Äußerung (Gespräch; Motivation), die Ausdrucksvielfalt sowie die Sammlung von Inhalten. Grammatische, stilistische Korrekturen und Arbeit am sachlichen Inhalt erfolgen erst im Anschluss.

Im Projektunterricht ist B. eine angebrachte und effektive Arbeitsform. Allerdings muss die Aufgabenstellung zuvor genau formuliert sein. Die Gruppengröße sollte zwischen 5–10 TeilnehmerInnen liegen, die Arbeitszeit auf maximal 30 Minuten begrenzt sein. Ein/e Gruppenleiter/in sammelt alle Aussagen, regt zur Mitarbeit an und verhindert Kritik an einzelnen Aussagen, da sie spontane Äußerungen unterbinden würde.

Auch das Inverse Brainstorming ist eine durchaus geeignete Arbeitsform. Hierbei werden alle Nachteile, Mängel, Fehlerhaftigkeiten oder Schwächen eines Problems zusammengetragen, aufgezeichnet und anschließend neue, positive Lösungen gesucht.

Individuelles Brainstorming

Diese Kreativitätstechnik ist (nach ihrer Einübung in der Gruppe) auch als individuelles Brainstorming in der Einzelarbeit zur Stoffsammlung, vor allem bei der Textproduktion geeignet und anwendbar. Alles, was der/dem Lernenden zu einem Thema, einem Problem oder einer Aufgabe einfällt, wird als Stichwort, Satz oder Zitat (in diesem Fall aber die Quelle nicht vergessen!) auf einzelne Blätter notiert. Sie werden später nach ihrer unterschiedlichen Bedeutung und verschiedenem Gewicht, nach Ober- und Unterbegriffen geordnet, zusammengestellt und ergänzt, ehe die Textproduktion anhand dieser Materialsammlung beginnt.


Weblinks

Bibliographie

Schiffler, Ludger: Fremdsprachen effektiver lehren und lernen. Beide Gehirnhälften aktivieren. Donauwörth, 2002.
von Tosch, Michael: Moderation. Videocassette. Perfektes Brainstorming. Punktgenaue Kreativität im Team. Visualisierung und Präsentation für Profis. Systematische Problemlösung. Moderne Industrie, Landsberg/Lech 1995.
Zielke, Wolfgang: Handbuch der Lern-, Denk- und Arbeitstechniken. So rationalisieren Sie Ihre geistige Arbeit. Sonderausgabe, Gondrom Verlag, Bindlach 1991.