Grammatik

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Grammatik bezeichnet vereinfacht

  1. das gesamte Regelsystem einer Sprache unabhängig von seiner sprachwissenschaftlichen Beschreibung oder Beherrschung durch die Benutzer,
  2. die Beschreibung dieses Regelsystems nach unterschiedlichen theoretischen sprachwissenschaftlichen Ansätzen entweder für die Sprachwissenschaft als linguistische Grammatik oder für den Sprachunterricht als Lern(er)grammatik und
  3. das Regelsystem, das der Benutzer erworben hat und auf Grund dessen er die betreffende Sprache verwendet.

Grammatik im Unterricht

Einen ”grammatiklosen” Fremdsprachenunterricht gibt es nicht. Grundlage für den Sprachunterricht ist jedoch nicht die linguistische Grammatik, die die Gesamtheit der Regeln einer Sprache einschließlich und besonders der Ausnahmen abstrakt und kompakt darstellt, ohne dabei Grundfragen des Lernens zu berücksichtigen. Das kann nur eine Grammatik sein, die eine als wichtig angesehene Auswahl von Phänomenen aus der Grammatik einer Sprache konkret, anschaulich und so ausführlich wie notwendig beschreibt und ggf. dabei auch auf linguistische Beschreibung zu Gunsten anderer Darstellungsmöglichkeiten verzichtet. Grundfragen des Spracherwerbs (wie Verstehen, Behalten und Anwenden) werden in die Darstellung einbezogen (vgl. dazu Schmidt 1990, 154).

Grammatik als Hilfsmittel

Grammatik ist nicht Zweck des Unterrichts, sondern nur Mittel und Hilfe zum Erwerb und zur Anwendung der zu lernenden Sprache.

Sie muss daher zudem u.a. noch ausgerichtet sein auf

  • Zielgruppe(n) nach Alter und Vorkenntnissen und deren Lernbelastbarkeit,
  • Lernziele, die die Bedürfnisse und Vorstellungen der Zielgruppe einbeziehen,
  • Kursart und -dauer, Lern-/Kursstufe,
  • Unterrichtsform,
  • didaktische und methodische, lerntheoretische, psychologische und pädagogische Fragen, wie sie für die jeweilige Lerngruppe spezifisch sind.

Siehe auch

Grammatiken, Grammatikmodelle, Grammatiken für Deutsch als Fremdsprache, Grammatikvermittlung

Weblinks

http://www.mein-deutschbuch.de: Online-Nachschlagewerk der deutschen Grammatik

Bibliographie

Frein-Plischke, Marie-Luise: Alternative Zugänge zur Grammatik. In: Materialien Deutsch als Fremdsprache 63, Regensburg, 2002, S.85-128.
Helbig, Gerhard: Möglichkeiten und Grenzen von „Textgrammatik“. In: Aguado, Karin (Hrsg.), Riemer, Claudia (Hrsg.): Wege und Ziele. Zur Theorie, Empiri und Praxis des Deutschen als Fremdsprache (und anderer Fremdsprachen).Festschrift für Gert Henrici zum 60. Geburtstag. Hohengehren 2001, S. 259-265.
Jung, Linus: Von der Funktion zur Form – Kausalität im Deutschen. In:Deutsch als Fremdsprache, 39, 2002, 4, S. 213-220.
Krekeler, Christian: der kleine Unterschied – und keine Folgen? Grammatik in Sprachtests für den Hochschulzugang. In: Zeitschrift für Fremdsprachenforschung, ZFF, 14,2003,1, S.107-147.
Ott, Margarete: Wortschatzerwerb und Erwerbsstrategien jugendlicher Zweitsprachenlerner. In: Deutsch als Zweitsprache, 2002,Jahresheft, S.25-49.
Redder, Angelika (Hrsg.): Grammatik und mentale Prozesse. Tübingen 1999.
Roelcke, Thorsten: Synthetischer und analytischer Sprachbau in den deutschen Fachsprachen der Gegenwart. In: Das Wort. Germanistisches Jahrbuch GUS. Bonn, 2002, S. 179-195.
Schmidt, Reiner: Das Konzept der Lernergrammatik. In: Gross, Harro / Fischer, Klaus (Hrsg.): Grammatikarbeit im Deutsch-als-Fremdspracheunterricht. iudicium-Verlag, München 1990, S. 153–154.
Ständig, Uta: Aufgabentypen und Testverfahren zum Überprüfen der kommunikativen Kompetenz im Unterricht Deutsch als Fremdsprache. In: Krück, Brigitte (Hrsg.)/ Loeser, Christiane (Hrsg,) et al. : Inovationen im Fremdsprachenunterricht. 2. Fremdsprachen als Arbeitssprachen, Frankfurt a.M. 2002, S.175-195.