Gruppenarbeit

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Definition

Gruppenarbeit ist eine Sozialform des Unterrichtes und nicht wie üblich gedacht eine Methode. In er gängigen Literatur wird kein Unterschied zwischen Gruppenarbeit und Gruppenunterricht gemacht. Ferner wird Gruppenunterricht als eine eindeutige Unterrichtsform ( von Gruppen ) und Gruppenarbeit hingegen als Handlungsgeschehen seitens der Schüler ( Arbeit in Gruppen ) verstanden. Seit geraumer Zeit wird auch von „Kleingruppenarbeit“ gesprochen, da die Klasseneinheit bereits eine „Gruppe“ darstellt. Bedingungen für eine gelungene Gruppenarbeit sind Kooperation, Arbeitsteilung und Austausch bzw. Präsentation der Arbeitsergebnisse.

Formen der Gruppenarbeit

Es gibt sechs Formen des Gruppenunterrichtes.

  1. Tägliche Kleingruppenarbeit: ständige Form der inneren Differenzierung. Beispielsweise werden so im Leseunterricht Gruppen nach Lesebedürfnis gebildet, den Kindern kann so je nach Lernschwierigkeit geholfen werden.
  2. Kurzzeitige themengleiche Kleingruppenarbeit: wird in allen Fächern und Klassenstufen möglichst häufig in einer Dauer von 5-20 Minuten angewendet. Sie dient zur Vertiefung, Bearbeitung oder Neugewinn von Informationen und zur Übung.
  3. Arbeitsteilige Kleingruppenarbeit:wird in einer umfangreicheren Unterrichtseinheit mit einer Dauer von mehreren Fachunterrichtsstunden. Dabei wählen die Schüler ihr Gruppenthema aus einem Material- und Inhaltsangebotes des Lehrers aus. Diese gilt als „ klassische “ Form unter den Gruppenarbeiten.
  4. Funktionalistische Gruppenarbeit: wird in zeitlich begrenzten Phasen in den Unterricht eingeschoben. Die beschreibende, analysierende oder bewertende Aufgabenstellung bezieht sich konkret auf ein im Unterricht behandeltes Thema.
  5. Gruppenarbeit im Konzept eines offenen Unterrichtes: die Ziel- und Zusammensetzung der Gruppen ist unterschiedlich und flexibel. Es wird an kleinen Projekten im Wochenplan in der Freiarbeit oder auch an anderen Themengebieten gearbeitet.
  6. Kleingruppe als ständige Arbeits- und Sozialform: wird auch „ Tischgruppe “ genannt. Sie ist die kleinste Form der Gruppenarbeit und kann im Unterricht sowie im Schulleben variabel eingesetzt werden.

Ziele

Nicht nur die Abwechslung im Unterricht spricht für die Gruppenarbeit, sondern auch die Förderung aktiver Eigenleistungen der Schüler, wodurch deren Sozialkompetenz gestärkt wird. Durch die Teilbeiträge der einzelnen Gruppenmitglieder kann gemeinschaftlich eine schnellere Lösung gefunden werden, als in Einzelarbeit. Dadurch können sich auch zurückhaltendere Schüler in das Unterrichtsgeschehen mit einbringen. Gruppenarbeit stellt eine Form des gleichberechtigten Lernens dar und bietet somit einen Ausgleich zum sonst so leistungsorientierten Unterricht.


Kritik

Gruppenunterricht ist eine voraussetzungsvolle Unterrichtsform, die auch ihre Grenzen aufweist. Einerseits in den äußeren Umständen, wie einer zu großen Schülerzahl oder den räumlichen und materiellen Gegebenheiten. Des Weiteren kann es innerhalb der Gruppe zur Unterdrückung schwächerer Schüler kommen. Außerdem steht mangelnder Lernerfolg durch die Entziehung einzelner Schüler von der Arbeit ein weiteres Problem dar.


Literatur

Gudjons, Herbert ( Hrsg.): Handbuch Gruppenunterricht. 2. Auflage. Beltz Verlag. Weinheim, Basel, Berlin 2003.

Steindorf, Gerhard: Grundbegriffe des Lehrens und Lernens. 4. Auflage. Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn/ OBB 1995.

Büttner, Christian: Gruppenarbeit. Eine psychoanalytisch-pädagogische Einführung. Matthias-Grünewald-Verlag.Mainz 1997.

methodenpool.uni-koeln.de/download/gruppenarbeit.pdf