Lehrerrolle

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Allgemeine Definition

Die Lehrerrolle beschreibt die Gesamtheit der einem Lehrer in der Institution Schule zugeschriebenen Aufgaben. Folgende Kernbereiche können dabei unterschieden werden: (1) Unterrichten und den Unterricht vor- und nachbereiten, (2) Erziehen und Begleiten, (3) Diagnostizieren, Beurteilen und Zensieren. Alle Arbeit in diesen Bereichen zielt letztendlich auf die „Vermittlung von Kenntnissen, Fertigkeiten, Fähigkeiten und Handlungsbereitschaften“. Didaktische Überzeugungen, wie dieses übergeordnete Ziel am besten erreicht werden kann, haben großen Einfluss auf die Auslegung der Lehrerrolle. In einer instruktivistischen Didaktik konnte der Lehrer ausschließlich als Wissensvermittler verstanden werden. Unter den Annahmen einer konstruktivistischen Didaktik und den Prinzipien der Lerner-, Handlungs- und Prozessorientierung kommt es gleichfalls zu einer neuen, differenzierten Lehrerrolle. Ein Lehrer soll nun unterrichten, arrangieren, erziehen, moderieren, beraten, beurteilen, mitwirken, vermitteln und innovieren. Er nimmt abhängig von der gewählten Unterrichtsform unterschiedliche Rollen im Unterrichtgeschehen ein.. Diese Rollen können als Wissensvermittler, Anleiter und Berater bezeichnet werden:

Lehrer als Wissensvermittler

Der Lehrer als Wissensvermittler hilft den SchülerInnen „mit Hilfe seiner methodischen, didaktischen und fachlichen Kompetenz“ fachspezifische Aufgaben zu lösen. Sein Ziel ist die Bildung der SchülerInnen. Er hilft „den Heranwachsenden, das Lernen zu lernen, brauchbare Informationen zu finden, multimediale Informationen zu analysieren und zu beurteilen sowie Multimedien selbst zu gestalten, um mit diesen Medien in ihrem räumlichen und zeitlichen Nah- und Fernbereich für ihre Anliegen Öffentlichkeit herzustellen.“

Lehrer als Anleiter

Der Lehrer leitet seine SchülerInnen in ihrem Lernprozess an und stellt sie immer wieder vor neue Herausforderungen. „Lehrerinnen und Lehrer ermöglichen den Lernenden vielfältige kommunikative Situationen zur Problemlösung und leiten sie dazu an, Diskussionen über Sachverhalte und Streitgespräche über Dilemmata geregelt zu führen sowie Teamarbeit effektiv zu gestalten.“


Lehrer als Berater

Der Lehrer sollte seine SchülerInnen zum eigenständigen Lernen animieren und sie bei ihren „Lernprozessen helfend begleiten.“ Er sollte darauf bedacht sein, die Kompetenzen seiner SchülerInnen „zu fördern und ihr Interesse an der eigenen Bildung zu wecken.“

Die vier Kompetenzen des Lehrers

Um den Schulalltag erfolgreich zu gestalten, benötigt ein Lehrer verschiedenste Eigenschaften. Er sollte auf sich und seine SchülerInnen achten, seinen eigenen Weg gehen und Erfahrungen machen und diese reflektieren. Dies kann in den Konzepten der Selbstkompetenz, der Sozialkompetenz, der Fachkompetenz und der Methodenkompetenz gefasst werden:

Selbstkompetenz

Selbstkompetenz meint, dass sich der Lehrer selbst wahrnimmt, dass er selbstbewusst ist, dass er eine gewisse Stabilität an den Tag legt, dass er einen ausgeprägten Realitätssinn hat und dass er verschiedene Situationen differenziert betrachten und sich abgrenzen kann.

Sozialkompetenz

Ein Lehrer sollte seinen SchülerInnen gegenüber ein gewisses Einfühlungsvermögen an den Tag legen. Er sollte die Fähigkeit zur Empathie besitzen, tolerant und offen sein und er sollte eine gewisse Konflikt- und Vereinbarungsfähigkeit mitbringen.

Fachkompetenz

Sie umfasst das fachliche, curriculare, pädagogische, didaktische und psychologische Wissen des Lehrers, das er vereinen und mit seiner Praxiserfahrung in Einklang bringen muss.

Methodenkompetenz

Der Lehrer sollte fachspezifische Methoden kennen und diese anwenden können. Dies beinhaltet verschiedene Unterrichtsmethoden, die vom guten Lehrervortrag über die Tafelarbeit bis hin zur Organisation einer Werkstattarbeit reichen kann.

Bibliographie

  • Hilbert Meyer; Leitfaden Unterrichtsvorbereitung. Berlin 2007.
  • Dieter Hintz, Karl Gerhard Pöppel, Jürgen Rekus; Neues Schulpädagogisches Wöterbuch.
  • Eynar Leupold; Französisch unterrichten: Grundlagen, Methoden, Anregungen. Seelze-Velber 2002.
  • Willi van Lück; Verändertes Lernen: eigenaktiv, konstruktiv und kommunikativ. In: Computer und Unterricht 23/1996.

Weblinks

Der „erfolgreiche“ Lehrer - erlernbar oder persönlichkeitsabhängig?