Lerntagebuch

Aus Wiki 99 Stichwörter
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bei einem Lerntagebuch handelt es sich um ein vom Lernenden selbst angefertigtes Diagnoseinstrument zur Selbstanalyse und -evaluation des eigenen Lernprozesses. Es wird arbeitsbegleitend erstellt. Prinzipiell ist ein Lerntagebuch für alle Altersstufen geeignet, wobei je nach Alter, Schulform etc. weitere Aspekte wie zum Beispiel das Sozialverhalten reflektiert werden sollen. Im Fremdsprachenunterricht kann das Vokabular, die Grammatik, das Lese- und Hörverstehen sowie schriftlicher und mündlicher Ausdruck reflektiert werden. Ähnliche Diagnoseinstrumente sind das Portfolio oder das Lesetagebuch. Lerntagebücher werden nicht benotet. Dies wäre auch kontraproduktiv, da in einem Lerntagebuch der eigene Lernprozess zwangsfrei, ehrlich und ohne Leistungsdruck untersucht werden soll.


Form

Ein Lerntagebuch wird "formlos" geführt, da es sich um einen persönlichen Gegenstand handelt. Bei der Gestaltung der äußeren Form sind dem Lernenden somit keine Grenzen gesetzt. Ein Lerntagebuch kann in einem Heft, einem Buch, einem Schnellhefter, wie ein Scrapbook, d.h. wie ein Erinnerungsalbum mit unterschiedlichen Formatierungen sowie verschiedenen künstlerischen Extras wie eingeklebte Fotos etc., oder elektronisch angefertigt werden. Auch Ton-, Bild- und Videotagebücher sind denkbar. Bei jüngeren Lernern wird jedoch oft auf formal vorgefertigte Lerntagebücher zurückgegeriffen.

Wie der Lernende seinen Lernprozess auswerten soll muss nicht immer vorgegeben sein. Hilfestellungen wie Tabellen zum Ausfüllen oder Halbsätze zum Vervollständigen sind jedoch möglich und erleichtern die Strukturierung. Das Lerntagebuch kann auch als Fließtext verfasst werden.


Anfertigung: Dauer und Aufwand

Das Lerntagebuch kann in den letzten Minuten des Unterrichts, was eine sorgfältige Evaluation ermöglicht oder aber auch in Hausarbeit angefertig werden. Der Vorteil bei der Bearbeitung im Unterricht ist, zwar die geringe zeitliche Distanz, durch die noch vièle Einzelheiten in das Lerntagebuch aufgenommen werden können. Nachteilig ist jedoch eventueller Zeitmangel. Den Zeitlichen Abstand, den die Bearbeitung in Hausarbeit mit sich bringt, ermöglicht eventuell eine bessere Reflexion und der Lernende ist in der Lage das Gelernte in Ruhe besser zu reflektieren und zu bearbeiten. Es kann allerdings vorkommen, dass Aspekte vergessen werden. Es ist mit den Lernenden abzuklären, in welchem Turnus das Lerntagebuch bearbeitet werden soll : nach jeder Unterrichtseinheit (täglich bzw. wöchentlich), monatlich, nach themantischen Einschnitten oder in einem vom Lernenden selbst ausgewählten Zeitraum. Mit dem Lerntagebuch kann eine thematische Einheit, ein Schuljahr oder auch ein noch längerer Zeitraum dokumentiert werden.


Rolle des Lehrenden

Ein Lerntagebuch soll nach Möglichkeit nicht benotet werden. Möglicherweise bedarf es trotzdem der regelmäßigen "Kontrolle" durch den Lehrenden. Das Lerntagebuch ist also eine unbenotete Pflichtarbeit, jedoch sind dem Lehrenden Möglichkeiten gegeben, dem Lernenden beratend zur Seite zu stehen und ihm Rückmeldung zu geben. Für die Lehrenden haben Lerntagebücher den Vorteil, dass auch der eigene Unterricht evaluiert wird. Außerdem bekommt der Lehrende einen detaillierteren Eindruck über den Lernstand seiner Schüler. Dass das Lerntagebuch nicht benotet wird ist hierbei förderlich.

Weblinks

Beispiellerntagebücher: