Leseverstehensprüfung

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Das Leseverstehen, auch als Leseverständnis bezeichnet, ist fester Bestandteil des Unterrichts und auch als Prüfungsbestandteil in die Prüfungsordnungen aufgenommen.

Lernziele

Das Lernziel wird z. B. formuliert:

Ausbildung eines Leseverständnisses, das den Lernenden befähigt, unbekannte Texte in ihren Einzelheiten und/oder in der Gesamtaussage zu verstehen. (Zertifikat DaF 1977, S. 22)
oder
Der Kandidat soll zeigen, dass er einen schriftlich vorgelegten Text verstehen und sich damit auseinandersetzen kann. (Rahmenordnung für die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber – DSH, Hochschulrektorenkonferenz, Bonn 30.5.95, S. 5)

Diese Lernziele finden sich in mehr oder weniger abgewandelter Form bei allen gängigen Prüfungen für DaF: ZDaF, ZDfB, ZMP und ZOP, Prüfung Wirtschaftsdeutsch, KDS/GDS des Goethe-Instituts; DSH, TestDaF und natürlich auch in Einstufungstests für Sprachkurse der unterschiedlichen Anbieter.

Lernziele und Prüfungen

Diese mehr allgemein formulierten Lernziele können entsprechend der speziellen Orientierung einer Prüfung spezifiziert werden, so etwa für das Zertifikat Deutsch für den Beruf (ZDfB), für das das Leseverstehen in drei Subtests nach berufsorientierten Lesestrategien (es sollte wohl besser Lesestil heißen!) und verschiedenen Lernzielen geprüft wird: 1. kursorisches Lesen mit dem Lernziel Verständnis der Hauptinformationen, 2. selegierendes Lesen zur selektiven Informationsentnahme und 3. totales Lesen mit dem Lernziel des Detailverständnisses (Das Zertifikat Deutsch für den Beruf. Lernziele. Wortliste. Testmodell. Bewertungskriterien, hrsg. vom Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) e.V. und vom Goethe-Institut 1995, S. 199).

Als Aufgaben für die Prüfung des Leseverstehens werden geschlossene Aufgaben (Multiple-Choice, Substitutionen, Zuordnungen usw.), halboffene Aufgaben (Ergänzungsaufgaben, Zuordnung von Überschriften, Gliederung, Fragen zum Text, Cloze-Test, Lückenaufgaben etc.) und offene Aufgaben (freie Deutung, Erläuterung von Wörtern, Sätzen oder Textstellen, Kommentierung, Fortführung eines Gedankenganges, Resümee etc.) verwendet.

Die meisten dieser Aufgaben richten sich auf inhaltliche und formale Aspekte, durch die das Leseverstehen nachgewiesen werden soll, kaum jedoch auch auf die Anwendung von Lesestilen und -strategien mit ihren speziellen Zielen, d.h. realitätsnahe Aufgaben sind selten. Dies ist ein Zeichen dafür, wie wenig Lernende und ihre Lernintentionen in Prüfungen berücksichtigt werden.


Siehe auch

Lesen - Leseverstehen (dort weitere Literatur), Aufgabe(n)


Weblinks

Bibliographie

Albers, Hans-Georg / Bolton, Sibylle unter Mitarbeit von Eva-Maria Jenkins: Testen und Prüfen in der Grundstufe. Einstufungstests und Sprachstandsprüfungen. (Fernstudieneinheit 5), Berlin u.a. 1995.
Bolton, Sibylle: Probleme der Leistungsmessung. Lernfortschrittstests in der Grundstufe. (Fernstudieneinheit 10), Berlin u.a.1996.
Das Zertifikat Deutsch für den Beruf. Lernziele. Wortliste. Testmodell. Bewertungskriterien. Hrsg. vom Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) e.V. und vom Goethe-Institut 1995, S. 199.
Jung, Lothar: Einstufungstests für Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse Deutsch als Fremdsprache. Ismaning 1994.
Jung, Lothar: Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber (DSH). Wissenschaftssprachliche Strukturen, Bearbeitung von Lese- und Hörtesten sowie Texte und Aufgaben für die mündliche Prüfung. Ismaning 1994.
Rahmenordnung für die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber (DSH), Hochschulrektorenkonferenz, Bonn 30.5.95, S. 5.