Mind Map

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Arbeitsverfahren (von Tony Buzan 1971 entwickelt und ständig erweitert) fremde oder eigene Gedanken und Gedankenverbindungen visualisiert darzustellen oder aufzuzeichnen (note taking) oder sie zur Anfertigung eines Textes zu strukturieren (note making). Mind Mapping ist eine Form kreativen, geordneten Brainstormings, bei der zwischen einem zentralen Begriff (Kern) und Unterbegriffen hierarchische Beziehungen dargestellt werden. Das Ergebnis des Mind Mapping ist die Mind Map. Dieses Verfahren nutzt die Fähigkeiten beider Hirnhemisphären und unterstützt sowohl die Merkleistung des Gedächtnisses als auch die Kreativität.

Strukturierung

Von einem Kern (Thema, Stichwort) gehen nach allen Richtungen Äste aus, auf denen Schlüsselbegriffe (Wörter) eingetragen werden, die in enger Beziehung zum Thema stehen. Diese Äste verzweigen sich weiter jeweils nach der Menge der zum Schlüsselbegriff gehörigen und einzutragenden Unterbegriffe. Durch die Nähe der Einträge zum Kern oder Schlüsselbegriff lässt sich die Wichtigkeit einzelner Begriffe darstellen; Umstrukturierungen sind jederzeit möglich. Durch die Art der Linien (Stärke, Farbgebung usw.) lassen sich Begriffe und Zusammenhänge nach ihrem Gewicht optisch hervorheben und deren Einprägsamkeit erhöhen. Freie Äste sind möglich und erwünscht, da sie zum Nachdenken, Ergänzen und zu weiterer Arbeit anregen.

Beispiele

Abbildung 1

Mindmap bsp1.jpg

Abbildung 1 zeigt eine mögliche Form einer Mind Map; es finden sich aber durchaus auch andere wie in der folgenden Abbildung gezeigt. Dabei wird bei einer derartigen Darstellungsweise auf viele Vorteile der zuvor gezeigten Mind Map verzichtet.

Abbildung 2

Mindmap bsp2.jpg

Eine derartige Mind-Map erlaubt durch die vorgegebene Anzahl der Felder nur begrenztes Ergänzen. Dies kann gewollt und durchaus berechtigt sein etwa bei Wortschatzarbeit:

Erstellung von Wortfeldern, Wortgruppen, Synonymen und/oder Antonymen, Bedeutungsvermittlung usw., wobei meist durch eine oder mehrere Vorgaben die Arbeitsaufgabe festgelegt ist.

So ist Mind-Mapping ein Verfahren, geschriebene als auch gesprochene Texte nach Inhalt und/oder Aufbau zu erschließen oder neu anzufertigen, Wortschatz zu er- oder zu verarbeiten, aber auch Hilfe bei Grammatikarbeit. Hier können Zusammenhänge dargestellt bzw. von den Lernenden selbst erarbeitet und als Lernhilfen verwendet werden.

In der folgenden Abbildung 3 wird gezeigt, wie die Perfektbildung der deutschen starken und schwachen Verben erarbeitet und dargestellt werden kann.

Abbildung 3

Mindmap bsp3.jpg

Vorteile des Mind-Mapping und der Mind-Map, besonders auch der gemeinsam erarbeiteten, sind:

  • (spontane) Beiträge der Lernenden werden berücksichtigt,
  • Assoziationen werden gefördert, da nicht nur Lücken zu füllen sind,
  • erhöhte Anschaulichkeit gegenüber tabellarischen Darstellungen oder verbalen Regeln durch Gewichtung der einzelnen Komponenten,
  • Förderung des Verstehens und Behaltens,
  • rasche Information auch später,
  • Anregung zur Erweiterung, Umsetzung in andere Formen,
  • Anregung zu ähnlichen Darstellungen bei anderen Problemen.

Siehe auch

Assoziogramm, Brainstorming, Textproduktion

Weblinks

Lernen lernen
Institut für Internationale Lehr- und Lernforschung
Lernpsychologie
Lernverfahren
Methoden-Training im Unterricht
Mindmapping im Pädagogischen Coaching

Bibliographie

Beier, Maria / Marwitz, Klaus: Brain Land. Mind Mapping in Aktion. Junfermann Verlag, Paderborn 1993.
Buzan, Tony: Kopftraining. Anleitung zum kreativen Denken. Tests und Übungen. Goldmann, München 1993 (1984).
Buzan, Tony / Buzan, Barry: Das Mind-Map-Buch. Die beste Methode zur Steigerung Ihres geistigen Potenzials. Moderne Verlags Gesellschaft, Landsberg am Lech 1996 (Übersetzung von: The Mind Map Book. BBC Books, London 1990).
Buzan, Tony / North, Vanda: Mind Mapping® – Der Weg zu Ihrem persönlichen Erfolg. In 14 Tagen mehr erreichen. Verlag hpt, Wien 1997.
Buzan, Tony / North, Vanda: Mind Mapping® – Der Schlüssel für deinen Lernerfolg. Verlag hpt, Wien 1997.
Feuchtenberger, Claudia: Mind-Mapping für Kinder. HPT Neuer Breitschopf, Stuttgart 1996.
Häublein, Gernot / Müller, Martin / Rusch, Paul / Scherling, Theo / Wertenschlag, Lukas: Memo. Lehr- und Übungsbuch. Wortschatz- und Fertigkeitstraining zum Zertifikat Deutsch als Fremdsprache. Langenscheidt, München u.a. 1995.
Kirckhoff, Mogens: Mind Mapping. Einführung in eine kreative Arbeitsmethode. Gabal Verlag, Offenbach 1996.
Krekeler, Christian: Mind Mapping im Unterricht. In: Gedächtnis und Sprachlernen. Prozessorientiertes Fremdsprachenlernen. Deutschlehrerausbildung in West- und Osteuropa. Eine deutsche Literatur: AutorInnen nichtdeutscher Muttersprache. Beiträge zur 24. Jahrestagung Deutsch als Fremdsprache vom 29.–31. Mai 1996 an der Universität Göttingen (herausgegeben von Armin Wolff, Gisela Tütken und Horst Liedtke). (Materialien Deutsch als Fremdsprache 46), Regensburg 1997, S. 72–84.
Krüger, Frank: Mind Mapping. Kreativ und erfolgreich im Beruf. Humboldt/Langenscheidt, München 1997.
Maxlmoser, Wolfgang: Mind mapping im Unterricht, Wien 1998.
Rampillon, Ute: Lerntechniken im Fremdsprachenunterricht. Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage mit praktischen Tips, Ismaning 1996 (1. Auflage 1985).
Rottensteiner, Robert: Mind Mapping® – Kreative Lerntechnik mit Spaß (CD-ROM). Verlag hpt, Wien 1997.
Svantesson, Ingemar: Mind Mapping und Gedächtnistraining. 3. Auflage, Gabal Verlag, Offenbach 1995.