Partnerarbeit

Aus Wiki 99 Stichwörter
Wechseln zu: Navigation, Suche

Definition

Als Partnerarbeit bezeichnet man jene kommunikative Sozialform, bei der zwei Schüler/innen eine Aufgabenstellung in einer vorgegebenen Zeitspanne eigenständig und in Kooperation bearbeiten. Es ist eine spezielle Form der Gruppenarbeit, die die geringste Anzahl an Gruppenmitgliedern aufweist.

Ziel

Im Mittelpunkt der Partnerarbeit steht die Verbesserung des sozialen Umgangs der Schüler/innen miteinander. Ein wichtiges Ziel der Partnerarbeit ist die Vermittlung von Qualifikationen, die Voraussetzung für die produktive Arbeit in einer Gruppe sind (Teamwork/-fähigkeit). Darüber hinaus sollen sich die Schüler/innen gegenseitig helfen und unterstützen, um gemeinsam die gestellte Aufgabe zu bewältigen. Als Abwechslung von häufig verwendeten Unterrichtsmethoden wie beispielsweise dem Frontalunterricht oder der Einzelarbeit kann hierbei durchaus auch die Schülermotivation angeregt werden.

Abwägen der Methode

Vorteile

Zunächst einmal hat die Methode Vorteile für die Lehrkraft, da diese einen relativ geringen Arbeitsaufwand hat. Da in der Regel eine Arbeitszeit vorgegeben werden muss, lässt sich diese Sozialform auch ideal in Einzelstunden integrieren. Vorteil für sowohl Schüler/in und Lehrkraft ist, dass das natürliche Kommunikationsbedürfnis auf positive Art und Weise genutzt werden kann, wodurch auch Interaktion und Kommunikation gefördert werden. Gleichermaßen wird dadurch die Fähigkeit, in einem Team zu agieren, vorbereitet und geschult. Da die Schüler/innen meistens über ein unterschiedliches Vorwissen verfügen, kann hier eine Art Symbiose stattfinden, denn beide Gesprächspartner/innen informieren sich gegenseitig. Von Bedeutung ist auch der Fakt, dass bei dieser Sozialform alle Schüler integriert werden und somit auch Freundschaften innerhalb der Klasse gefördert und gefestigt werden können.

Nachteile

Für eine generelle Integration alle Schüler/innen in der Klasse sollten bei Partnerarbeiten stets neue Partnerschaften (von der Lehrkraft) gebildet werden. Problematisch wird die Bildung von Partnern, wenn die Anzahl der Schüler/innen ungerade ist. Dabei besteht die Gefahr, dass einzelne Schüler/innen keine/n Partner/in finden, wodurch Außenseiterpositionen verstärkt werden. Dieses Problem sollte ggf. durch die Bildung einer Dreierkonstellation umgangen werden. Wenn eine Partnerschaft aus zwei befreundeten Schüler/innen besteht, besteht das Problem der Beschäftigung themenfremder Sachverhalte (Privatgespräche, usw.). Aus diesem Grund ist es von Vorteil, wenn die Lehrkraft zu Beginn der Partnerarbeit ankündigt, dass im Anschluss eine Ergebnispräsentation stattfinden wird. Unerwartete Probleme bei dieser Unterrichtsmethode für die Lehrkraft können u.a. ein unerwarteter erhöhter Zeitbedarf sein, sowie eine Fehleinschätzung der Schüler/innen (die Aufgabe ist für das Individuum nicht zu bewältigen).

Literaturangaben

  • Buhlmann, Rosemarie/Fearns, Anneliese (2000): Handbuch des Fachsprachenunterrichts, 6. Auflage. Tübingen: Gunter Narr Verlag, S. 187f.
  • Schröder, Hartwig (2001): Didaktisches Wörterbuch. Wörterbuch der Fachbegriffe von „Abbilddidaktik“ bis „Zugpferd-Effekt“, 3. Auflage, herausgegeben von Arno Mohr. München, Wien: R. Oldenbourg Verlag.

Weblinks