Visualisierung

Aus Wiki 99 Stichwörter
Wechseln zu: Navigation, Suche

Visualisierung

Dieser Artikel behandelt die Visualisierung im Rahmen von fachdidaktische Themen.


Definition

Eine Visualisierung ist eine bildhafte Darstellung und somit eine Veranschaulichung von Informationen. Nonverbale Zeichen werden von den meisten Menschen schneller und leichter verstanden, da die visuelle Auffassungsgabe bei ihnen häufig sehr hoch ist. Visualisiert werden vor allem Sachaussagen, Gegenstände, Prozesse und Gefühle. Die optische Dokumentation muss dennoch nicht immer das Wort ersetzen, sondern erscheint häufig mit ergänzendem Text. Des Weiteren besitzen Bilder auch Motivations- und Stimulationsfunktion. Bei bildhaften Darstellungen kann zwischen Abbildungen und Visualisierungen unterschieden werden.


Abbildung

Abbildungen bilden Aspekte des Realitätsbereiches so ab, wie sie auch vom Menschen wahrgenommen werden. Es handelt sich demnach um wahrheitstreue nonverbale Darstellungen, wobei diese auch auf hervorzuhebende Merkmale reduziert werden können. Beispiele für Abbildungen sind Fotos, realitätstreue und schematisierende Zeichnungen.


Visualisierung

Visualisierungen werden auch logische oder analytische Bilder genannt und veranschaulichen Zusammenhänge in der Realität, die für den Menschen sonst nicht deutlich sichtbar sind. Visualisierungen werden eingesetzt, um Informationen zu verdichten und Relationen mit Hilfe von Diagrammen zu veranschaulichen.

Im Folgenden werden Abbildungen und Visualisierungen unter dem Gesamtbegriff der Visualisierung betrachtet.


Ziele und Funktionen von Visualisierungen

Visualisierungen haben zahlreiche Ziele und Funktionen. Hauptsächlich dienen sie der Unterstützung der Informationsverarbeitung und als Orientierungshilfe. Informationen werden durch Visualisierungen leichter erfassbar gemacht. Außerdem kann es ein Mittel sein, um die Aufmerksamkeit der Empfänger zu konzentrieren und zu lenken bzw. den Betrachter einzubeziehen und gegebenenfalls zu Stellungnahmen zu aktivieren. Anhand von Visualisierungen kann Wesentliches verdeutlicht und akzentuiert werden. Hin und wieder verkürzen Visualisierungen auch den Redeaufwand. Gerade im Unterricht strukturieren sie den Lernprozess und fördern so das Behalten. Visuelle Darstellungen können komplexe, abstrakte Sachverhalte vereinfacht darstellen und sie somit dem Betrachter zugängig machen. Außerdem können sie beim Empfänger bestimmte Gefühle hervorrufen und somit eine Bedeutung oder Assoziation entstehen lassen. Diese wiederum können dazu beitragen, dass das Bild im Gedächtnis des Betrachters besser verankert wird. Zudem können die Empfänger kreative Ideen durch das Gesehene entwickeln. Kurzum, Visualisierungen dienen der Nachhaltigkeit und Effizienz von Lehrinhalten.


Geistige Verarbeitung von bildhaften Darstellungen

Das Verstehen von bildhaften Darstellungen wird maßgeblich von zwei Bedeutungsebenen bestimmt. Für eine erfolgreiche geistige Verarbeitung, muss der Beobachter zum einen erkennen WAS dargestellt werden soll (propositionale Ebene) und zum anderen ZU WELCHEM ZWECK, MIT WELCHER ABSICHT etwas dargestellt wird (funktionale Ebene). Probleme treten dann auf, wenn beispielsweise unbekannte Objekte abgebildet werden. Besonders gut und schnell verständlich für den Menschen sind Darstellungen, die Körperteile, wie beispielsweise Hände miteinbeziehen. Der Selbstbezug kann so leicht hergestellt werden und die instruktive Darstellung kann als Handlungsanweisung interpretiert werden. Die am stärksten konventionalisierten Visualisierungen sind Verkehrszeichen, da sie aufgrund ihrer Alltagsrelevanz einen hohen Bekanntheitsgrad besitzen. Beispielsweise wird in unserem Kulturkreis ein roter Ring um einen weißen Kreis meist sofort als Verbotszeichen interpretiert.


Schritte der Visualisierung

Zu den Schritten der Visualisierung gehören eine grundlegende Planung, die Auswahl der Bausteine für die Visualisierung (Medien und Gestaltungselemente) und letztendlich die Komposition.


Planung einer Visualisierung

Die Planung ist der erste Schritt, der für eine Visualisierung wichtig ist. Sie beginnt mit der Anfertigung einer Stoffsammlung. Dabei werden wichtige Informationen zum Thema gesammelt. Anschließend erfolgt eine Grobauswahl der brauchbarsten Inhalte. Für eine Visualisierung ist es wesentlich, die Inhalte so gut wie möglich zu komprimieren. Bevor eine visuelle Darstellung verwendet wird, sollte noch einmal darauf geachtet werden, ob diese tatsächlich sinnvoll genutzt werden kann und effektiv ist. Denn nicht zu jedem Thema eignet sich eine Visualisierung. Es sollte darauf geachtet werden, die Empfänger nicht willkürlich mit Visualisierungen zu überhäufen.


Bausteine für eine Visualisierung

Die Wahl der Bausteine bildet den zweiten Schritt für eine Visualisierung. Zu den Bausteinen einer Visualisierung gehören die Auswahl des Inhalts und der Medien, mit Hilfe derer die Visualisierung physikalisch sichtbar gemacht werden soll.


Medien

Medien sind Lernobjekt und Hilfsmittel und damit ein wesentlicher Baustein für Visualisierungen. Zu den Medien, die für den Unterricht relevant sind, zählen vor allem Bilder, Schaubilder, Texte, Karten (z.B. Landkarten), Diagramme, Arbeitsblätter, Tafeln, Overheadprojektoren, Plakate, Dias, Filme, Zeitungen, Zeitschriften und PowerPoint-Präsentationen. Eine Mischung mehrerer Medien ist bei Visualisierungen im Unterricht üblich (z.B. Bild und Text).


Gestaltungselemente

Ein wichtiger Baustein bei der Erstellung von Visualisierungen sind die Gestaltungselemente. Auf die Gestaltungselemente von Texten, Graphiken und Symbolen sowie von Diagrammen muss besonders geachtet werden. Der Text muss eine gute Lesbarkeit haben, d.h. bei einer Erstellung von Hand sollte Druckschrift verwendet bzw. bei der Erstellung mit dem Computer auf einfache Schrifttypen zurückgegriffen werden. Verschiedene Schriftarten, Kursivschrift und kontur- oder schattierte Schriften sollten sparsam benutzt werden. Der Text sollte außerdem leicht verständlich sein. Die Verwendung von geläufigen Worten und kurzen, prägnanten Sätzen, eine Gliederung des Textes durch Überschriften, Zwischenüberschriften und optischen Blöcken und eine zusätzliche Stimulierung (z.B. durch den Einsatz von Farbe oder Skizzen) können hierfür hilfreich sein. Auch Graphiken und Symbole gehören zu den Stimulans. Sie können Informationen verdeutlichen und hervorheben. Zu ihnen zählen u.a. Logos, Labels und Piktogramme. Diagramme sind standardisierte Darstellungsformen für bestimmte Sachverhalte. Die häufigsten Formen sind Listen, Tabellen, Kurvendiagramme, Säulendiagramme und Kreis- oder Tortendiagramme. Je nach Art stellen sie absolute Zahlen, Entwicklungsabläufe oder Größenverhältnissen gegenüber.


Komposition einer Visualisierung

Der dritte Schritt einer Visualisierung ist die Komposition. Wesentliche Bestandteile der Komposition sind die Blattaufteilung, die Anordnung und die Wahl von Farben und Formen. Die Blattaufteilung ist wesentlich um eine klare Struktur in der Gestaltung zu erhalten. Außerdem sollten die Gestaltungselemente nicht zufällig angeordnet sein, sondern eine logische Struktur haben. Dafür gibt es verschiedene Grundmuster. Zu den häufigsten zählen: Symmetrie, Reihung, Rhythmus und Dynamik. Die Wahl der Farben und Formen ist besonders wichtig, denn mit ihrer Hilfe werden Querverweise zwischen mehreren Darstellungen gebildet und somit Zusammenhänge verdeutlicht. Da sie Bedeutungsträger sind und die wichtigsten Informationen hervorheben, sollte man sparsam in der Verwendung von Farben und Formen sein.


Siehe auch

Arbeitsblatt, Arbeitsblätter, Assoziogramm, Bild, Mind Map, technische Unterrichtsmittel

Literatur

Göpferich, S.: Interkulturelles Technical Writing. Kapitel 3: Grundlagen der Visualisierung. Tübingen: Narr, 1998.

Ladenthin, V. / Martial, I. v: Medien im Unterricht. Grundlagen und Praxis der Mediendidaktik. 2. Aufl. Schneiderverlag Hohengehren GmbH: Baltmannsweiler, 2005.

Seifert, J. W.: Visualisieren. Präsentieren. Moderieren. 7. Aufl. Gabal Verlag GmbH: Bremen, 1995.


Weblinks