Wortfeld

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Definition

„Ein Wortfeld ist in struktureller Hinsicht ein lexikalisches Paradigma, das durch die Aufteilung eines lexikalischen Inhaltskontinuums unter verschiedene in der Sprache als Wörter gegebene Einheiten entsteht, die durch einfache inhaltsunterscheidende Züge in unmittelbarer Opposition zueinander stehen.“ (Coseriu 1967) Allgemein betrachtet, ist stellt ein Wortfeld eine Menge an Wörtern dar, die sich inhaltlich einem thematischen Kontext zuordnen lassen oder spezifischer, die sich einer bestimmten Wortart zuordnen lassen, wie beispielsweise Farbadjektiven oder Verben der Bewegung.

Verortung

Die Verwendung von Wortfeldern findet sich in verschiedenen Bereichen. Die beiden größten Bereiche stellen hier die Semantik und hier der Teilbereich der Lexikologie dar. Das Wortfeld ist gewissermaßen Teil des Gesamtwortschatzes oder präziser: Es bildet die Zwischenstufe zwischen dem Wort an sich (Lexem) und dem Gesamtwortschatz, welcher sich wiederum in einzelne Wortfelder, geordnet nach thematischem Kontext, untergliedert. Ebenfalls werden Wortfelder auch zur sog. Komponenten- oder Merkmalanalyse verwendet (vgl. Phonologie). Die Nutzung, bzw. Analyse der Wortfelder ist in diesem Zusammenhang auf die schiere Fülle des Lexembestandes einer Sprache, im Gegensatz zum Lautinventar derselben, zurückzuführen. Ein prominentes Beispiel ist die Wortfeldanalyse nach Pottier (1963) , bezüglich des Wortfeldes „Sitzgelegenheiten“. Anhand mehrerer Merkmale (u.a. mit Lehne, ohne Lehne, mit Füßen, ohne Füße, für eine oder mehrere Personen etc.) analysiert P. die dem Wortfeld zugehörigen Lexeme (Stuhl, Sessel, Canapé etc.). Die einzelnen Merkmale werden Seme genannt. Die Summe der Seme eines Lexems wird als Semem bezeichnet. Das Sem, das allen Lexemen gleich ist, wird als Archisemem bezeichnet. In diesem Fall wäre es das Merkmal „zum sich hinsetzen“. Der Oberbegriff, bzw. das Hyperonym für alle Lexeme, in dem sich dieses Archisemem realisiert, wäre im Falle P.s „siège“, also „Sitz“. Problematisch bei der Verwendung von Wortfeldern zur semantischen Analyse ist das Vorkommen von Polysemen, also Wörtern, die mindestens zweideutig, aber auch mehrdeutig sein können. Diese Mehrdeutigkeiten werden in der Analyse konsequent ausgeklammert oder je nach Kontext in der Analyse verwendet.

Beispiele für den Unterricht

Im Unterricht bietet es sich an, anhand von Wortfeldern Zusammenhänge zu erläutern. So kann das Vokabellernen erleichtert werden, indem man Vokabeln zu einem geschlossenen Themenraum einführt.

Bsp.: « les transports en commun »

  • le tram
  • le bus
  • le métro
  • etc.

Es bietet sich an dieser Stelle immer an, an das Vorwissen der Schüler anzuknüpfen und diese zu diesem Themengebiet selbst zu fragen, sodass der Großteil der Vokabeln direkt von ihnen kommt. Auch kann man in diesem Zusammenhang auf die Ähnlichkeit der Muttersprache mit der Fremdsprache hinweisen und somit Schritt für Schritt die interkulturelle Kompetenz der Schüler fördern.

Literatur

  • Coseriu, Eugenio (1967), „Lexikalische Solidaritäten“, Poetica 1: 293-303, 294.
  • Pottier, Bernard (1963), „Recherches sur l’analyse sémantique en linguistique et en traduction mécanique. Nancy : Université de Nancy.
  • Gabriel, Christoph & Meisenburg, Trudel (2007), „Romanische Sprachwissenschaft“. UTB basics Wilhelm Fink GmbH & Co. Verlags-KG, Paderborn.
  • Geckeler, Horst & Dietrich, Wolf (2007), „Einführung in die französische Sprachwissenschaft. Ein Lehr- und Arbeitsbuch“. Erich Schmidt Verlag GmbH & Co., Berlin.