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Unterrichten - Englisch

Lehrwerksanalyse

Die Analyse soll einerseits Lehrenden Hinweise für die Praxis (Auswahl, Verwendung) geben, andererseits die Entwicklung und Gestaltung von Lehrwerken durch die sich aus der Analyse ergebende Kritik beeinflussen. Sie ist auch als anregender Beitrag zur Sprachlehr- und Lernforschung zu sehen.

  • Gliederung der Lehrwerkanalyse
  • Tabellarische Erfassung
  • Reduziertes Raster
15. Mai 2019

Gliederung der Lehrwerkanalyse

Lehrwerkanalyse vollzieht sich im Allgemeinen in mehreren Schritten:

  1. Beschreibung des Lehrwerks mit allen seinen Bestandteilen nach Zielgruppenbezug, Lernzielen, seines Aufbaus (auch der einzelnen Lektionen) usw.
  2. Analyse von sachlichen und sprachlichen Inhalten unter
    a. praxisbezogenen
    b. sprachwissenschaftlichen und
    c. pädagogischen wie lernpsychologischen u.a. Gesichtspunkten,
  3. Analyse der didaktisch-methodischen Konzeption,
  4. Erprobung im Unterricht, woraus sich
  5. die zusammenfassende Bewertung ergibt.

15. Mai 2019

Die einzelnen Schritte können auf Einzelheiten eingehen, wie etwa im folgenden Muster:

1. Beschreibung

Verfasser

  • Titel
  • Verlag, Erscheinungsjahr
  • Umfang (Bandzahl, Seiten pro Band)
  • Begleitmaterial (Art und Anzahl, Medienmix)
  • Lehrerhandbuch
  • Preis(e)
  • Layout, Qualität der einzelnen Teile

Zielgruppe

  • Lernziele
  • Stufe (Anfänger, Anfänger mit Vorkenntnissen, Fortgeschrittene usw.)
  • Voraussetzungen/Vorkenntnisse der Lernenden
  • Lernort (Inland/Ausland)
  • Kursdauer und durchschnittliche Stundenzahl pro Einheit/Lektion
  • Vorbereitung auf eine Prüfung
  • Anforderungen an Lehrende (besondere Vorkenntnisse z. B. Fachsprachenkenntnis; Planungsfähigkeit etc.)
  • Inhalt und Aufbau des Lehrmaterials insgesamt (Themen; Progression, Art der Progression: Grammatik Themen; Fertigkeiten: Lesen/Hören/Sprechen/Schreiben, Kommunikation, Kombination)
  • Transparenz (Aufbau klar zu erkennen, Kennzeichnung der Arbeitsaufträge/-anweisungen)
  • Inhalt und Aufbau/Gliederung der Lektionen (Einstieg, Schwergewicht, Gewichtung und Abfolge der einzelnen Fertigkeiten, Verhältnis Grammatik, Lexik usw.)

2a. Analyse von sachlichen und sprachlichen Inhalten unter praxisbezogenen Gesichtspunkten

  • Situationen, Texte und Sprache realistisch, konkret und authentisch
  • Lernerbezug (z. B. zielgruppenorientiert, aktives/handlungsorientiertes Lernen)
  • Arbeits-, Übungs-, Wiederholungs- und Aufgabenangebot (Art, Menge, Ausrichtung an Bedürfnissen der Zielgruppe)

2b. Analyse unter sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten

  • Authentizität, Adäquatheit, Zielgruppen- und Fertigkeitsorientiertheit von Textsorten, Grammatik (Morphologie, Syntax), Lexik.
  • Sprache: Allgemeinsprache, Fachsprache, Register

15. Mai 2019

2c. Analyse unter pädagogischen, lernpsychologischen Gesichtspunkten

  • Zielgruppenadäquat nach Alter, Herkunft, Vorkenntnissen, Lernwünschen und -zwecken
  • Anforderungsniveau und Zielgruppe
  • Art des Lernstoffes (aktuell, humorvoll, ernst, anregend usw.)
  • Berücksichtigung von vorausgegangenen Lernerfahrungen
  • Möglichkeit, eigene Erfahrungen, eigenes Wissen einzubringen
  • Motivation durch Inhalte, Gestaltung und Aufgabenstellungen, Förderung kreativen Arbeitens

3. Analyse der didaktisch-methodischen Konzeption

  • Beschreibung der Lernziele und deren Erkennbarkeit auch für Lernende
  • Themen, Texte zielgruppengerecht und -relevant
  • Textsortenvielfalt
  • Stellenwert der einzelnen Teile (Texte, Grammatik)
  • Einstieg in die Arbeit (einförmig, abwechslungsreich)
  • Übungs- und Aufgabenangebot (Art; vielfältig/einseitig; Bezug: isoliert/eingebettet) und Zuordnung
  • Arbeits- und Verstehenshilfen (Arten; zu selbstständigem Lernen anleitend, Wortlisten, Grammatikdarstellung)
  • Lösungshilfen/-schlüssel
  • Viusualisierung (Art, Ort, Funktion)
  • Methodeneinseitigkeit oder Methodenwechsel
  • Möglichkeiten zur Entwicklung der Fähigkeit zum Selbstlernen
  • Sozial- und Arbeitsformen, Möglichkeit produktiven Fähigkeiten
  • Kontrollmöglichkeiten für Fortschritt und Leistung (Eigen- und Fremdkontrolle)

4. Erprobung im Unterricht

  • Sehr hilfreich bei der Beurteilung kann die Erprobung eines Lehrwerks im Unterricht (in einer oder mehreren Lerngruppen) und die Befragung der Lernenden und der Lehrenden zu ihren Erfahrungen mit dem betreffenden Lehrwerk sein.

5. Zusammenfassende Bewertung

  • Am Ende der Analyse steht die zusammenfassende Bewertung aller Ergebnisse als Entscheidungsgrundlage für die Auswahl des am besten geeigneten Lehrwerks.

15. Mai 2019

Tabellarische Erfassung

Eine tabellarische Erfassung der wichtigsten Kriterien, die durch Bewertungskategorien (etwa: positiv, weniger positiv, schlecht oder ausreichend vorhanden, weniger ausreichend vorhanden, nicht vorhanden) ergänzt werden könnte, sei hier noch gezeigt:

1. Beschreibung

  • Bibliographische Angaben inkl. Medienverbund und Zusatzmaterial
  • Zielgruppe
  • Voraussetzungen
  • Lernziele
  • Sprachmaterialangebot (Grammatik, Lexik etc.)
  • Angestrebte Fertigkeiten
  • Sprachliche und soziale Kompetenzen
  • Zusätzliche Lernziele

2. Inhalte

  • Zielgruppenorientierung und -adäquatheit
  • Informationsgehalt und -wert
  • Motivationswert
  • Förderung sprachlicher und sozialer Kompetenzen
  • Visualisierung der Inhalte: nur illustrativ oder unterstützend

3. Sprache

  • Allgemein-/Fachsprache
  • Grammatik
  • Lexik
  • Syntax
  • Phonetik/Phonologie
  • Kommunikationswert
  • Planung des angebotenen Sprachmaterials
  • Einbezug komparativ/kontrastiver Elemente
  • Authentizität des Sprachmaterials
  • Zusammenhang Sprechsituationen/-handlungen/Sprache

4. Texte

  • Textsorten
  • Textsortenvielfalt
  • Verknüpfung von Sprachmaterial und Texten
  • Gebrauchswert der Textsorten
  • Textkonstitution als Unterrichtsgegenstand

5. Didaktik/Methodik

  • Lernzielorientierung
  • Erschließungs-/Verstehenshilfen für Sprachmaterial
  • Methodenangebot (Eintönigkeit/Vielfalt/Variabilität)
  • Differenzierungsmöglichkeiten nach Niveau, Leistung etc.
  • Angebot von Arbeits- und Sozialformen
  • Anregungen zur Eigentätigkeit der Lernenden
  • Möglichkeiten zur Fortschritts- und Erfolgskontrolle
  • Einbindung der Zusatzmaterialien
  • Wert der Zuatzmaterialien (auch Medien)
  • Einbindung von Informationen

6. Hilfen

  • Arbeitshilfen für Lernende
  • Menge und Qualität der Hilfen
  • Lehrhilfen (”Handreichungen”)
  • Menge und Qualität der Lehrhilfen

15. Mai 2019

Reduziertes Raster

In der Praxis wird aus unterschiedlichsten Gründen jedoch meist ein wesentlich reduzierteres Analyseraster die Regel sein, das sich neben der Beschreibung des Lehrwerks konzentriert auf

  • die Inhalte und Textsorten in ihrer Zielgruppenorientiertheit und Motivationsleistung,
  • die vermittelte Sprache in ihrer kommunikativen rezeptiven und produktiven Relevanz für die Zielgruppe, ihre Didaktisierung und Operationaliserung,
  • die Adressatengerechtheit und Lernzielorientierung des gesamten Lernstoffes mit Lern- und Übungshilfen vornehmlich in den Bereichen Grammatik, Lexik und den besonderen für die jeweilige Zielgruppe wichtigen Fertigkeiten und deren Ineinandergreifen,
  • die methodische Abwechslung und die Differenzierungsmöglichkeiten.

15. Mai 2019

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