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9. Oktober 2013

Grammatik

Eine systematische Grammatikarbeit sollte im Allgemeinen erst dann erfolgen, wenn das entsprechende Grammatikphänomen bereits in einem Text oder einer Übung in probierender Weise im sprachlichen Zusammenhang angewendet wurde und so ein Vorverständnis hergestellt wurde, das eine Hypothese über das Funktionieren des entsprechenden Phänomens erlaubt. Dazu sind an geeigneten Stellen im Kursbuch Hinweise auf die Grammatikübersichten im Anhang angebracht. Wo eine Regel bereits während des Übens unausgesprochen beachtet oder erkannt werden soll, ist diese durch einen kleinen Merkzettel mit Büroklammer angegeben. Diese Merkzettel sind Hilfen beim Sprechen, sollen aber nicht ausführlich im Unterricht erörtert werden.

Beispiel für Merkzettel und Grammatikhinweis (PDF-Datei, 209 KB)

Die Erarbeitung einer "Regel" geschieht am besten folgendermaßen:

  • An geeigneter Stelle (wenn ein Text besprochen oder eine Übung beendet ist) schreibt der Lehrer ein oder mehrere Beispiele zu dem betreffenden Phänomen in geordneter Form an die Tafel.
  • Die Schüler suchen oder nennen weitere Beispiele, die so an der Tafel gesammelt werden, dass der systematische Zusammenhang mit den anderen Beispielen deutlich wird. Dabei sind Unterstreichungen, Einrahmungen und die Verwendung verschiedener Farben besonders hilfreich. Wo immer möglich, sollte man darauf achten, dass die Beispiele zusammen einen kleinen Text (Erzähltext oder Dialog) ergeben, weil dadurch die Kontextabhängigkeit bestimmter Formen (z. B. in Frage und Antwort, vgl. Kursbuch S. 141, 3b) deutlich wird. Als Orientierung und Muster dienen dem Lehrer dabei die jeweils angegebenen Grammatikübersichten im Anhang, die aber in dieser Phase im Allgemeinen noch nicht aufgeschlagen werden sollten.
  • Nur wenn nötig, d. h. wenn dadurch das Verständnis erleichtert oder die Ableitung/der Transfer auf andere Phänomene ökonomischer gemacht wird, wird eine Regel formuliert oder ein Hinweis in Deutsch oder in der Muttersprache gegeben.
  • Neue Strukturen sollten auf der Grundlage bereits bekannter Phänomene verständlich gemacht und aus ihnen abgeleitet werden. Eine bekannte Struktur kann entweder am Anfang der Behandlung einer neuen stehen oder an deren Schluss, um die neue mit ihr zu vergleichen.
  • Erst nachdem das neue Phänomen "entdeckt" ist, sollte der Grammatikanhang aufgeschlagen werden. Die gemeinsam erarbeitete Darstellung wird mit der im Buch verglichen.

Beispiel für eine Grammatikseite (PDF-Datei, 121 KB)

  • Der Wert der Grammatikdarstellungen für die Schüler liegt vor allem darin, dass sie zu Hause in Ruhe noch einmal die gelernte Struktur durchgehen und nachvollziehen können. Dazu sollten sie auch jeweils besonders auf die Rückverweise aufmerksam gemacht werden.
  • Im Arbeitsbuch finden die Schüler Übungen, die nach dem Muster der Grammatikübersichten im Kursbuch angelegt sind. In diesen Übungen vollziehen sie die Erarbeitung der Grammatik noch einmal aktiv nach, indem sie ihre "eigene" Grammatik schreiben.

Vergleich Grammatik / Arbeitsbuchübung (PDF-Datei, 135 KB)

Diese Form der Grammatikbehandlung ermöglicht eine aktive Rolle der Schüler, indem sie, zunächst durch probierenden Gebrauch der Strukturen und anschließende selbständige Erschließung einer Regelmäßigkeit, selbst ihr Grammatikverständnis aufbauen. In der Regel wird dies im Kurs dazu führen, dass auch in der Grammatikarbeit die Schüler im Laufe der Zeit und der Gewöhnung an dieses Vorgehen immer selbständiger und aktiver arbeiten.